Was spielt noch eine Rolle, wenn Du keine Rolle mehr spielst?

Wir spielen alle eine oder mehrere Rollen … manche von uns hören nie auf damit, ein Leben lang.

Warum tun wir das?

Ich meine … da kommt doch keiner am Anfang unseres Lebens und sagt zu uns, Du musst jetzt mal eine Rolle spielen und los geht’s.

Also, woher kommt das?

Ich kann mich nur an mich erinnern, an ein wenig Psychologie in der Ausbildung und meine Erfahrungen dazu tun…

Als Kind werden wir dazu angehalten erst einmal zu begreifen, dass wir „jemand“ sind und dazu bekommen wir einen Namen.

„Du bist Annett“  wurde mich gesagt.

Ganz zeitig. Und ich weiß, dass ich schon immer ein Problem damit hatte, Annett zu sein. Ganz früh in meiner Kindheit kam mir schon der Verdacht … das Gefühl, dass ich nicht Annett bin.

Ich dachte immer meine Eltern hätten sich geirrt und mir nur einen falschen Namen gegeben. Aber heute weiß ich, dass ich nicht mein Name bin, weder Annett noch sonst einer. Ich bin ICH. Aber das muss ich mal später beleuchten.

Wir bekommen also einen Namen und man bringt uns bei, sich mit diesem Namen zu identifizieren.

Das ist schon mal Irrsinn, denn wenn ich bin, wozu brauche ich dann noch eine Identität?

Egal, wir bekommen also Namen, Nummern …egal.

Nehmen wir also den kleinen Paul…

Paul darf lernen von seinen Eltern, wie der Paul zu sein hat. Wenn der Paul „lieb“ ist, wird er belohnt. Und wenn der Paul „böse“ ist, wird er bestraft … mit Worten, Blicken, Gesten …

Natürlich haben die Eltern ein ganz klares Programm … Konzept von „lieb“ und „böse“. Das kriegt der Paul alles beigebracht.

Und der junge Mensch lernt schnell und weiß sehr schnell ganz genau, was ein lieber Paul ist und was ein böser Paul ist … aber lernt er auch, wer er ist, wenn er weder der liebe noch der böse Paul ist?

Fragt ihn jemals irgendeiner, wer er ist? Nein!!! Der kleine Junge wird dazu angehalten, der Paul zu sein, den seine Eltern, Erzieher, Lehrer haben möchten. Später vielleicht noch sein Chef, seine Freundin, sein Freund … keine Ahnung….

Vom ersten Tag unseres Lebens an bestimmen Vorgaben, Gewohnheiten, Regeln …  unser junges Leben. Und wir lernen innerhalb dieser Vorgaben nach den Wünschen der Eltern, Erzieher, Lehrer zu funktionieren, zu gehorchen, uns einzuordnen …

Natürlich probieren wir auch aus, was passiert, wenn wir nicht das tun, was von uns erwartet wird. Doch merken wir sehr schnell, dass es besser ist, die Rolle zu spielen, die man uns aufgedrückt hat, anstatt der zu sein, der wir unserem Wesen nach sind.

Das nennt man Konditionierung. Ein erwartetes Verhalten wird belohnt. Ein unerwünschtes Verhalten wird bestraft. Das nennt man auch „Erziehung“.

Ich nenne das auch gern Programmierung …

Wir alle haben es erfahren, haben es selbst getan als Eltern, Großeltern, Erzieher, Lehrer, Geschwister …. In jeder Beziehung steckt eine versuchte Programmierung entsprechend unserer Programmierung und so funktionieren wir nur noch und spielen unsere Rollen.

Und wehe, man erlaubt sich aus einer solchen zu fallen … Aus der Rolle fallen. Aus der Reihe tanzen, das geht doch nicht!

Dann wird man gern als verrückt bezeichnet.

Was sollten denn die Leute denken!

Aber wenn Du keine Rolle mehr spielen musst, spielt dann noch irgendetwas eine Rolle?

Nein. Dann ist es völlig wurscht, was andere denken und erwarten und meinen und wollen.

Wenn Du keine Rolle mehr spielst, weil Du authentisch bist, weil du erkannt hast, wer Du wirklich bist, weil Du fühlst, dass Du bist … dann spielt auch alles andere keine Rolle mehr.

Ändere Dein Denken über Dich und Du änderst Dein Sein….

Dann darf alles sein wie es ist … es spielt keine Rolle.

I see You

Amane 18.06.2015

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