Das was JETZT ist …

Alle Vorstellungen darüber, das spirituelle Erwachen zu erreichen, basieren auf der Vorstellung ( ICH stellt es vor sich hin … nutzt dafür den Verstand ) bzw. auf der Annahme ( ICH nimmt etwas für sich an ), dass es jemanden gibt, ein Ich ( Person, Persönlichkeit, Körper ), das Praktiken ausführen und somit das Ziel erreichen kann. Doch dieser Jemand existiert ja eben nur in der Vorstellung ( ICH stellt es vor sich hin )….

Nehmen wir zum Beispiel die weit verbreitete Vorstellung, dass wir „aus dem Weg gehen müssen, damit das höhere Selbst durch uns hindurchfließen kann“. Dies setzt einen nicht existenten Jemand voraus, der dann heraus findet, wie er sich hingeben kann, damit etwas anderes erscheinen kann.

Wir dürfen hierbei erkennen, dass sowohl die spirituellen als auch die psychologischen Praktiken auf Vorstellungen davon aufgebaut sind, wer wir zu sein glauben … aber nicht, wer wir in Wahrheit sind. Dieser Glaube geht seit Jahrtausenden als die Wahrheit durch.

Die Vorstellung ( vor sich hin gestellt ) wir ( als Person, Persönlichkeit, Individuelles ) seien der Handelnde, der unsere Taten bestimmt, macht uns noch lange nicht zum Handelnden, egal wie oft wir uns auch dazu verleiten lassen, sie als Wahrheit anzunehmen.

Das soll nicht heißen, dass nichts vollbracht würde. Schließlich hat es niemals einen persönlichen Handelnden gegeben und trotzdem werden Autos gefahren, Kinder versorgt, Häuser gebaut …

Ein kleiner Test … Nimm die letzte Situation in der Du dir absolut sicher warst, der Handelnde zu sein …

Und dann frage ich Dich, waren nicht bestimmte vorausgegangene Ereignisse, Personen, Erkenntnisse, Situationen nötig und vorhanden, damit Du in DEM Moment genau SO gehandelt hast. Bist Du immer noch so sicher?

Wenn der Verstand sieht, dass Dinge erledigt werden, schlussfolgert er daraus, dass es jemanden geben muss, der sie erledigt… Reines Bewusstsein hat niemals darauf „gewartet“, dass der Verstand begreift, was er nicht begreifen kann … dass es keinen Handelnden geben muss, damit Handlungen ausgeführt werden können.

Das Handelnde entspringt immer DER nicht ortsgebundenen Quelle von allem was ist. Dies ist natürlich sehr verwirrend für einen Verstand, der von Interpretationen und Beurteilungen gespeist wird.

Bewusstsein folgert nicht aus den Handlungen, dass es jemanden geben muss, der sie ausführt. Es erkennt als reines Gewahrsein, dass Handlungen aus der gleichen Quelle stammen, wie alles andere auch … aus sich selbst.

Reines Bewusstsein beinhaltet den „un – persönlichen“ Wunsch, sich selbst zu erfahren … zu er-leben in all seinen Ausdrucksmöglichkeiten. Dies scheint der Zweck zu sein … dass Bewusstsein auf sich selbst stößt, egal wohin es sich auch wendet. Die Vorstellung von innerlichem Wachstum und persönlicher Entwicklung, wie sie uns gelehrt und vermittelt wird, steht in jeder Beziehung in Widerspruch dazu, dass reines Bewusstsein existiert.

Das Streben nach „Erwachen“ impliziert ein Gefühl von Zukunft, welches ausschließt, das zu erkennen und zu akzeptieren, was JETZT ist. Es besteht kein Sinn darin, Methoden anzuwenden, die beinhalten, irgendwo hin zu kommen oder irgendetwas zu werden. Vielmehr scheint es wichtig zu sein, das nahe liegende  zu erkennen, indem man alle Vorstellungen von werden und bekommen los lässt.

Sobald man sich auf den Weg macht, irgendwohin zu kommen, ist das Überwältigende dessen, was bereits ist … HIER und JETZT … nicht mehr verfügbar.

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