Ich bin „Ich“ … und schaue mal, was die „Wissen – schaftler“ so an Wissen schaffen…

Wer oder was ist dieses ICH, dass jeder zu sein scheint.

Ist es ein ICH oder sind es Millionen ICH? Kann es Millionen Wahrheiten geben? Oder gibt es nur eine Wahrheit?

Die Selbsterforschung bringt uns in die Wahrheit, lässt uns die Wahrheit sein, indem wir sie erfahren. Und auch wenn sie viele Gesichter zu haben scheint, so ist es doch nur eine Wahrheit.

Jeder sagt: Ich bin „Ich“.

Und fragt jemand: „He, wer war das? Wer hat dieses wundervolle hier getan?“ Dann zeigen wir auf uns und sagen stolz: „Ich!“.

Aber wissen wir überhaupt, wer oder was dieses ICH ist?

Allgemein gültig scheint zu sein, dass damit der Körper mit diesem bestimmten Namen gemein ist. Aber sind wir „nur“ unser Körper oder ein Name?

Nach dieser Frage fangen wir an zu denken und sagen eventuell noch: „Ich bin dieser Körper und der Verstand oder Intellekt. Sind wir das?

Manche reden von einem Bewusstsein oder einem Ich-Bewusstsein? Aber was ist gemeint mit Bewusstsein?

Hier finden wir viele Definitionen.

  1. Medizinisch: Bewusstsein ist der ( = ) Zustand, indem der Mensch mit allen Sinnen seine Umgebung erkennt.

So sind wir also ein Körper mit einem Gehirn, der sich in einem bestimmten Zustand befindet?

Ich weiß, dass mein Körper ohne mich seine Umgebung nicht erkennt. Er kann Reize aufnehmen und weiterleiten. Aber „erkennen“ kann er nicht!

  1. Psychologisch: Bewusstsein ist die ( = ) Fähigkeit, mittels Verstand und allen Sinnen die Umwelt zu erkennen und zu verarbeiten.

Dann wäre ich das Gehirn mit einer bestimmten Fähigkeit?

Ich weiß, dass mein Gehirn ohne mich nichts weiß. Es kann Daten verarbeiten und Reize umwandeln, aber niemand kann mir im Gehirn die Erkenntnis zeigen. Dort gibt es Zentren für die Sprache und das Gehen. Aber meine Körper wird niemals gehen, ohne meinen Willen und mein Mund wird nicht sprechen ohne meinen Willen.

Und wer fragt denn hier nach dem ICH? Mein Körper sicher nicht. Der hat mit seinen 5 Sinnen andere Dinge zu tun. Ich fühle mich, als wäre der Körper eine Art zu Hause. Ich nutze ihn. Wie ich meine Wohnung nutze. Dennoch bin ich nicht meine Wohnung.

Und mein Gehirn? Das nutze ich wie meinen Laptop, an dem ich gerade sitze, und der nur das ausdrücken und tun kann, was in seinem Programm vorhanden ist bzw. was ich ihm vorgebe. Ich bin nicht mein Laptop.

Wer ist nun dieses ICH, dass das Gehirn und den Verstand und den Körper mit seinen 5 Sinnen benutzt, diese pflegt und hegt, sie füttert und umsorgt … mal mehr und mal weniger?

Wenn das ICH Bewusstsein ist, wo wäre dann das Bewusstsein?

Ist sich der Körper oder das Gehirn seiner selbst bewusst? Nimmt sich der Körper selbst wahr? Nimmt sich das Gehirn als angenommenen Sitz des Verstandes selbst wahr? Zeigen wir auf unseren Kopf, wenn wir sagen: „Ich bin es.“?

Stell Dir vor Du bist ein einem dunklem Raum. Du kannst weder Dich noch etwas anderes sehen. Du kannst Dich nicht bewegen, so dass Du Dich nicht ertasten oder den Körper fühlen kannst. Dennoch „weißt“ Du, dass Du da bist. Du weißt dass Du lebst. Woher weißt Du das? Weil man es Dir gesagt hast, oder weil Du es sicher fühlst?

Was fühlen wir nun wirklich in Bezug auf dieses ICH? Wissen wir wirklich, was wir meinen, wenn wir ICH sagen?

Der Philosoph Thomas Metzinger macht folgende interessante Aussage:

„Die radikalsten Folgerungen zieht der Bewusstseinsphilosoph Thomas Metzinger , welcher sagt: „Es gibt gar kein Selbst.“ Das Gehirn entwerfe nicht nur ständig ein Modell des eigenen Körpers, sondern auch ein „Selbstmodell“, das dem Organismus den Eindruck eines stabilen Ich nur vorgaukle. Dabei ist dieses Selbstmodell kein eigenständiger Baustein der Wirklichkeit, der die Zeit überdauere; im Gegenteil, es sei ständiger Veränderung unterworfen und werde immer wieder an unsere Erfahrungen und unsere Umwelt angepasst.“

Demnach bin ich ein Körper mit einem Verstand. Und dieser Verstand „entwirft“ ein Selbst – Modell.  Aber wer glaubt dann, dieses Modell zu sein? Der Körper? Das Gehirn? Der Verstand? Ist das nicht ein Widerspruch. Der Körper für sich kann nicht „denken“. Das Gehirn empfängt Daten und verarbeitet diese wie ein Computer. Wer erkennt die Daten? Wer schaut auf die Bilder? ICH! Aber M-ICH gibt es ja laut Metzinger gar nicht!

Weiter sagt Metzinger: „Es gibt keinen innersten Kern unserer Person und keine unwandelbare Seelensubstanz. Was es lediglich gibt, ist eine sehr spezielle Form der Darstellung von Information, die uns den Eindruck vermittle, als ob es so etwas wie ein Selbst gebe. Und unser Gefühl, ein einzigartiges Subjekt zu sein, ist ein abstraktes Datenformat.“

Somit hat er entdeckt, dass es tatsächlich IN unserem Körper kein ICH gibt. Und er hat bestätigt, was ich immer sage, dass wir zwar alle unterschiedliche Ausdrucksformen sind, aber eben kein individuelles bzw. persönliches ICH vorhanden ist. Und das dann tatsächlich dass ICH, mit dem wir uns identifizieren ( gleichsetzten ) das EGO ist, wie ursprünglich angenommen und benannt.

Da bin ich 100 Prozent bei Herrn Metzinger!

Was sagen denn nun die Hirnforscher dazu?

Der Hirnforscher Michael Gazzaniga sieht das ähnlich. Er hält wie Metzinger das Selbst für eine Illusion, derer wir uns nur deshalb nicht bewusst sind, weil wir ständig an unserer eigenen Geschichte für unser Leben basteln oder sie uns zusammen spinnen. So behauptet er, dass nicht allein das Gehirn über unser Bewusstsein bestimme, sondern umgekehrt würden auch „Bewusstsein und Geist, die von physikalischen Prozessen im Gehirn auf eine spezifische Weise hervorgebracht werden, ihrerseits dieses Gehirn bestimmen“. Anders ausgedrückt: „Das Gehirn wird vom Geist bestimmt, den es selbst hervorbringt.“

Das Gehirn erschafft oder produziert also einen Geist ( der physikalischen Prozessen entspringt ) und dieser bestimmt dann über das Gehirn. Aber WER ist sich all dessen bewusst? Das Gehirn? Der Geist? Der Körper? Oder ICH? Ach ja … M-ICH gibt es ja gar nicht! Wie lustig.

Und Bewusstsein ist demnach nichts anderes als ein physikalischer Prozess im Gehirn. So wie wenn Wasser verdampft oder Strom fließt. Dann sind alles … Gedanken, Ich – Bewusstsein, Gefühle ja nur Energie … so rein physikalisch. Auch nichts anderes, als was die Weisen sagen … Wir sind alle das Gleiche … und alles ist Energie.

Ich würde dieser Energie eine Intelligenz zu sprechen … aber ich bin ja kein Wissenschaftler.

Noch interesseanter wird es mit den Hirnforschern, so wie bei dem Neurobiologen Gerhard Roth, der nun auch noch die Seele mit ins Spiel bringt.

Zum Sitz der Seele sagt Roth in einem Interview folgendes:

Schon Platon hat vermutet, dass die Seele im Gehirn sitzt. Aber man hat damals etwas Mystisches darunter verstanden. Erst seit etwa 50 Jahren ist klar, dass die seelischen Funktionen mit Mechanismen und Zentren im Gehirn zu tun haben.

Zur Selle selbst meint Roth:

Alles, was wir empfinden, das ganze Sammelsurium von Gedanken, Wahrnehmungen und Vorstellungen, nenne ich „Seele“. Sie umfasst sehr viel mehr als der „Geist“. Nicht nur kognitive Vorgänge, sondern unsere gesamte Erlebnis- und Gefühlswelt. Das ist übrigens auch, was große Philosophen wie Descartes oder Kant unter der Seele verstanden haben.

Hier ist er wieder „auf dem Pfad der Weisen“ … Wir bestehen aus Gedanken und Gefühlen, Wahrnehmungen und Vorstellungen …

UND doch BIN ICH oder ICH BIN, bevor ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Vorstellung erscheint und ICH IN auch ohne diese das ICH. ICH sehe das lles kommen und gehen? Wie kann das sein?

Zum Sitz des Bewusstseins äußerten sich auch andere Wissenschaftler, wie zum Beispiel D. Michael Czisch, Leiter Max-Planck- Institut Psychiatrie München:

Bewusstsein ist zum einen Selbstwahrnehmung … (sicher das Ich – Bewusstsein ) … zum anderen das Wach-Sein an sich … ( was für mich das reine Bewusstsein wäre ).

„Die Selbst-Wahrnehmung sitzt nicht in den Hirn-Regionen selbst, sondern sie ist das Ergebnis, wenn verschiedene Regionen im Gehirn in einem komplexen Netzwerk sinnvoll miteinander wechselwirken. Der Thalamus gilt als „Tor zum Bewusstsein“. Im Wachen werden Informationen durch den Thalamus weitergeleitet – unter Narkose oder im Schlaf wird diese Weiterleitung blockiert.

Das heißt aber nicht, dass nun im Thalamus das Ich oder das Selbst-Bewusstsein sitzt. Im Traumschlaf nämlich ist der Thalamus wiederum besonders aktiv, wenn auch das Bewusstsein eingeschränkt ist. So träumen wir manchmal in der ersten Person, also mit einer Ansicht von innen heraus; und mal träumen wir in der dritten Person, also so, als ob wir uns von außen beobachten. Daran ist wiederum der Parietallappen beteiligt. Dieser Teil der Großhirnrinde ist bekannt dafür, den Körper in einem Raum zu verorten.

Spannend – und noch komplexer – wird es, wenn man einen sogenannte luziden Traum hat: Dabei träumt man, aber man ist sich bewusst, dass man träumt. In diesem Zustand werden einige Teile der Hirnrinde viel aktiver als im gewöhnlichen Traum…

Deswegen muss man zusammenfassen: Es gibt nicht den einen Ort im Gehirn für das Ich oder das Selbst-Bewusstsein. Vielmehr ist es umgekehrt: Das Ich und das Bewusstsein setzen einen Zustand voraus, in dem unser Gehirn Informationen innerhalb eines komplexen Netzwerks sinnvoll verarbeiten kann.“

 

Wie schön, zu wissen, dass wir nichts wissen und alles kennen …

 

Das ICH, wie es im Allgemeinen gekannt und benannt wird, ist also nur ein Konstrukt, dass in unserem Gehirn entsteht und keine Beständigkeit hat. Das aber, was gefühlt weiß, dass es existiert, ist nicht dieses konstruierte persönliche ICH sondern das EINE, was vorher und nachher und immer ist und immer das Gleiche ist und nicht verändert wird oder wurde, noch wurde es je gefunden oder verloren. Es hängt von keinem Gehirn ab, obwohl es das Gehirn nutzt. Und es hängt von keinem Körper ab, obwohl es Körper nutzt. Und es wird nicht nachgewiesen werden können, weil der, der versucht es zu finden, ist es ja schon … eben nur sehr begrenzt und konditioniert. Eventuell ist es die absichtslose Absichtslosigkeit die es erfahren kann… ( Amane )

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